Mehr Vergnügen als Arbeit
Hier endlich der versprochene Überblicksbericht vom Literaturfestival “Metropolis Bleu“. Insgesamt eine tolle Sache, und für mich als Helferlein definitiv mehr Vergnügen als Arbeit!
Was habe ich konkret tun müssen? Am ersten Festivaltag, bevor die Veranstaltungen richtig losgingen, saß ich zwei Stunden am Informationsschalter, zusammen mit einem pensionierten Informatiker. Es war noch nicht viel los, und wenn wir 20 Fragen beantworten mussten, ist das schon großzügig geschätzt. Also war viel Zeit, sich zu unterhalten - und Gilles war ein wunderbarer Gesprächspartner, denn er ist nicht ins Englische gewechselt, wenn mein Französisch stockte und hatte viel Geduld, auch hakelige Sätze bis zum Ende anzuhören. Das perfekte Sprachtraining!
Danach war ich zwei Stunden für die Autorenlounge zuständig, was bedeutete, dass ich im Helferraum gegenüber saß, ein Auge darauf hatte, ob irgendein Autor (es waren zu der Zeit nur zwei da) irgendetwas wünschen könnte, ansonsten fleißig strickte und mich mit anderen Helfern unterhielt, teils auf englisch, teils auf französisch.
Und dann kam ich abends heim und war vollkommen platt - nicht von der vielen Arbeit, sondern vom Reden und Zuhören in den Fremdsprachen. Aber so muss es sein, wenn es besser werden soll!
Am nächsten Tag, Donnerstag, sollte ich morgens in der Stadtbibliothek des Nachbarstadtteils bei einer Veranstaltung für Kinder assistieren. Als ich dort ankam, war von Veranstaltung aber nichts zu sehen, und es dauerte eine Weile, bis jemand aufgetrieben war, der etwas wusste (schon ein wenig merkwürdig…) - und die Veranstaltung war kurzfristig abgesagt worden! Das war also ein ganz bequemes Helfen, nur leider ohne viel Quasselgelegenheiten.
Am Freitag hatte ich frei, aber den abend habe ich genutzt, meine Ticketgutscheine, die ich fürs Helfen bekam, aufzubrauchen. Zusammen mit Holger besuchte ich zwei Podiumsveranstaltungen, eine mit dem Titel “Becoming a Writer” und eine über Reiseschriftstellerei. Sehr spannend, sehr inspirierend! Und natürlich habe ich etliche Neubekanntschaften vom Mittwoch wiedergetroffen und fast schon ein bisschen heimisch gefühlt.
Am Samstag dann musste ich früh morgens um neun antanzen, das war der anstrengendste Part. Die Veranstaltung um neun war aber dann auch abgesagt… Naja, nicht schlimm. Danach war ich für einen Workshop eingeteilt, der um 10 Uhr beginnen und fünf Stunden dauern sollte, mit dem Titel “Listen who’s talking”, ein Schreibworkshop mit einem irischen Schriftsteller (namens Glenn Patterson, nie gehört…) zum Thema Erzählerstimme und Dialog. Zulassung nur nach Voranmeldung und gegen 85$ - aber ich als Helferlein durfte die ganze Zeit dabei sitzen und musste nicht viel tun, außer ab und zu mal schauen, ob der Kaffee schon fertig war, und einmal den für uns zuständigen Hotelmanager holen, weil die Klimaanlage zu stark blies. Das ganze dauerte dann zwar bis um fünf statt bis um drei, aber es war interessant!
So war das also mit meinem Helfereinsatz. Nächstes Jahr gerne wieder!
Und die Details aus den Workshops und Veranstaltungen berichte ich in den nächsten Tagen…