100g gemischte Sprachen, bitte…
So pingelig die Provinz Quebec mit der Verwendung des Französischen sind, und ungeachtet der gerne im Radio interviewten frankophonen Sprachextremisten, der Alltag ist Zweisprachig. Wenn ich auf französisch stecken bleibe, wechselt mein Gesprächspartner meist schon von sich aus ins Englische (wie soll ich denn da französisch lernen?!?). Aber auch untereinander reden manche eine wilde Mischung. “C’est ok” würde kein Franzose sagen, aber für Kanadier ist es normal. Auch schon gehört: “Il a fait des jokes”. Und Holger hat im Restaurant einmal gesagt: “C’était très delicious”, und die Bedienung hat erst irritiert geschaut, als wir beide anfingen zu lachen.
Aber nicht nur englisch und französisch werden gemischt, auch andere Sprachen werden geplündert, wo es eben passt. Zum Beispiel fand ich in einem Testbericht über Duschgels (oho, wie spannend) in einem der hiesigen Stadtmagazine (das macht die Sache schon etwas aufregender - zumindest stilistisch) den Satz “On se douche tout presto rapido”; und die Packungsgröße wurde bemängelt, das sei ja wunderbar “pour la casa”, aber zum Mitnehmen doch ein wenig sperrig.
Dass englisch und französisch hier jedoch mehr sind als Sprachen, sondern echte Kategorien des menschlichen Lebens, zeigt ein Artikel aus einem anderen, englischsprachigen Veranstaltungsmagazin. Ein Musiker, der demnächst mit seinem Soloprogramm in Montreal auftritt, wurde darin beschrieben als “the frenchest Anglo you can find outside Quebec”. Olala!